© by Marcus Höhne 2011
Der Zweite Weltkrieg forderte unter der Zivilbevölkerung Opfer, und noch am 21. April 1945, dem Tag der Eroberung durch die Rote Armee, mussten deutsche und
sowjetische Soldaten während der Kampfhandlungen ihr Leben lassen. Mehr als 30 Vätern und Söhnen des Dorfes kostete der Zweite Weltkrieg das Leben. In den
folgenden Monaten fanden etwa 500 Flüchtlinge und Vertriebene Aufnahme. Von Juni 1945 bis September 1946 war das Schloss Lazarett der Roten Armee, danach
Unterkunftsstätte für Vertriebene. Seit dem 1. Februar 1949 diente es alten Menschen als Heim. Durch einen Erweiterungsbau 1957 und einen Ausbau in den siebziger
Jahren wurde die Platzkapazität auf 135 Betten erhöht. Nach umfassender Rekonstruktion erhielt die Einrichtung den Status eines Pflegeheimes und konnte 1997 60
pflegebedürftigen Menschen eine Heimstatt bieten.
Groß waren in der Nachkriegzeit Wohnungsnot und der Mangel an Nahrungsmitteln. Das dem Bauern Arthur Göttert enteignete Land wurde Neusiedlern übergeben.
Weitaus wichtigster Wirtschaftszweig blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg die Landwirtschaft. 1958 entstand in Rabenau die LPG “Frohe Zukunft”, ihr Vorsitzender
war Oskar Zerbe. Bis 1961 war der zwangsweise Zusammenschluss der Bauern in der Genossenschaft abgeschlossen. 1997 vertraten lediglich die Tischlerei Mathias
Zachow und der Zimmereibetrieb Stephan Nowotna das produzierende Gewerbe. Während der Amtsperiode von Bürgermeister Georg Förster (1953 bis 1958) erfuhr
das Dorfzentrum eine Neugestaltung. Der Anschluss an das zentrale Trinkwassernetz erfolgte 1978/79.
Mit überlieferten Sitten, Gebräuchen und Traditionen blieben die Papitzer eng verbunden. Entsprechende Höhepunkte und Jubiläen hatten Volksfestcharakter, der von
den Vereinen getragen wurde und auch von der 1923 gegründeten Ffw, die 1994 30 Mitglieder zählte und von Walter Lewitzka geleitet wird. Die “Spinnstube” blieb bis
1953 Treffpunkt und Handarbeitsort junger Mädchen.
Alfons Petrick erwarb sich Verdienste bei der Wiederbelebung des Sports nach dem Zweiten Weltkrieg. 1963 entstand die Sektion Billard. Mit den Sektionen
Freizeitfußball und Frauengymnastik waren 1997 65 Mitglieder im Sportverein Papitz 09 organisiert, als Vereinsvorsitzender wirkte Ulrich Schmoger. 1979 begründete
Werner Göttert den “Reit- und Fahrverein Papitz”, dessen Turnierveranstaltungen bis zu 5000 Besucher in ihren Bann zogen. 1997 zählte der Verein, geleitet von
Hagen Ridzkowski, 25 Mitglieder, verfügte über einen Bestand von 20 Pferden und führte drei Großveranstaltungen durch. Um die Erforschung der Geschichte von
Papitz haben sich Pfarrer Vokmar Krause sowie Hildegard Drescher, Jutta Linke und Ingeborg Schiemenz Verdienste erworben.
Beitrag von Gerhard Zilz im Buch "700 Jahre Kolkwitz", S.298, Geschichte einer Großgemeinde, 1. Auflage 1999 von Walter Bohg / Gerhard Zilz
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